Gesellschaft und Arbeitsmarkt


Gesellschaft
In der Woiwodschaft Wielkopolska wird ein ständiges Bevölkerungswachstum beobachtet. Ende 2017 haben in der Region 3 489,2 Tsd. Menschen gelebt. In puncto Einwohnerzahl belegt Wielkopolska unveränderlich den dritten Platz im Land nach der Woiwodschaft Mazowieckie und Śląskie. Die Einwohner von Wielkopolska machen 9,1% der Gesamtbevölkerung des Landes aus, wobei dieser Anteil in den letzten Jahren immer mehr steigt.

In der Bevölkerungsstruktur nach Wohnort überwiegt die Stadtbevölkerung. Im Jahre 2017 lebten 54,6% der Einwohner der Region in Städten. Die Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht erfuhr keine Veränderung. Unter den Einwohnern der Woiwodschaft überwiegen nach wie vor Frauen mit einem Anteil von 51.3%.

Wie im ganzen Land wird in der Woiwodschaft Wielkopolska eine allmähliche Veränderung in der Bevölkerungsstruktur nach Altersgruppen beobachtet. Im Jahre 2017 stieg der Anteil der Einwohner im pre-arbeitsfähigen Alter auf 19,3% und im post-arbeitsfähigen Alter auf 19,4% an. Der Anteil der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter fiel bis 61,3% der Bevölkerung der Region.

 

Bevölkerung von Wielkopolska nach wirtschaftlichen Altersgruppen in den Jahren 2013-2017

Die Altersstruktur der Bevölkerung der Woiwodschaft Wielkopolska

Arbeitsmarkt
Die Woiwodschaft Wielkopolska zählt zu den am schnellsten wachsenden Regionen des Landes. Großes Produktionspotenzial, gut entwickelte Dienstleistungssektor, hohe Produktivität in der Landwirtschaft und ein hohes Maß an unternehmerischer Initiative sind nur einige der Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung der Woiwodschaft. Das Potential von Wielkopolska zieht polnische und ausländische Investoren an.

Man beobachtet den Anstieg der Anzahl der Einwohner im Rentenalter und den Rückgang der Bevölkerung im pre-arbeitsfähigen Alter. Demographische Veränderungen in Wielkopolska, auch wenn sie weniger dynamisch als in den anderen Regionen des Landes verlaufen, zeigen, dass die Struktur der Bevölkerung aus kongestiver in regressive Struktur mit einer niedrigen Geburtenrate bei einer gleichzeitigen Verlängerung der Lebenserwartung übergeht. Dies hängt mit dem steigenden Anteil der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung zusammen. Diese Situation wird einen direkten Einfluss auf die Arbeitsmarktlage haben, weil sich die Anteile der Altersgruppen an der Struktur verändert, was sich auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften auswirken wird.

Die Alterung der Bevölkerung wird eine demographische Belastung der Region zur Folge haben und damit Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, an Bildungssystemen, Gesundheitswesen und Sozialfürsorge erzwingen.

2018 war seit vielen Jahren das beste Jahr für den Arbeitsmarkt. Die registrierte Arbeitslosenquote lag am Ende des Jahres bei 3,1%. Im gleichen Zeitraum betrug die Arbeitslosenquote in Polen 5,8%, wobei die höchste Rate in der Woiwodschaft Warmińsko – Mazurskie - 10,4% verzeichnet wurde. In der Region ist eine starke Differenzierung in Bezug auf die Arbeitslosenquote in den verschiedenen Landkreisen, von 1,3% im Landkreis Poznań bis 7,7% im Landkreis Konin, zu beobachten.

Die registrierte Arbeitslosigkeit in der Region liegt bei 50 867 Personen. Dies ist um 13,6% weniger als im Dezember des Vorjahres. Der Rückgang in diesem Bereich wurde in allen Woiwodschaften verzeichnet. Die Anzahl der Arbeitslosen belief sich im ganzen Land auf 968.900.

 

Arbeitslosenquote in Polen und Wielkopolska in den Jahren 2014 – 2018 (in %)

Arbeitslosenrate in Polen und Wielkopolska

Die Bevölkerung der Region weist eine hohe wirtschaftliche Aktivität auf. 2017 lag die Beschäftigungsquote für die Einwohner von Wielkopolska im arbeitsfähigen Alter bei 77,7%. Dabei soll es betont werden, dass Wielkopolska eine der höchsten Beschäftigungsquoten im Land hat. Sie lag im Jahre 2017 bei 75,2% (die Angaben beziehen sich auf die Bevölkerung im Alter von 18-59/64 Jahren).

In den letzten Jahren wurde in Wielkopolska eine sukzessive Zunahme der Anzahl der Beschäftigten beobachtet. Im Jahre 2017 war dies 1 Million 541,7 Tausend Einwohner. Die meisten Arbeitnehmer arbeiten im Dienstleistungsbereich im weitesten Sinne (54,8%), fast jeder dritte Einwohner von Wielkopolska (31,3%) ist im Industrie- und Bausektor beschäftigt, während die kleinste Gruppe die Arbeitskräfte in Land- und Forstwirtschaft (13,9%) darstellen.

2018 Jahre liegen bei den Arbeitsämtern von Wielkopolska 103 785 Stellenangebote der Arbeitnehmer, d.h. um 16,4% weniger als im Jahre 2017, vor. Am meisten gesuchten Berufe waren ungelernte Arbeitskräfte für einfache Arbeiten, Verkäufer, Lagermitarbeiter, Packer, Wirtschaftsarbeiter, Hilfskräfte im Bauwesen, Bürofachkräfte, ungelernte Arbeitskräfte für Industrie, Fahrer von Kleintransportern, Schlosser.

In der auf Grundlage der Studie „Berufsbarometer“ erstellen kurzfristigen Prognose wurden für das Jahr 2019 54 Mangelberufe identifiziert. Die meisten dieser Berufe gelten seit langem als Mangelberufe in der Region. Sie beziehen sich unter anderem auf die Schlüsselindustrien wie Transport, Logistik, Bauwesen, Dienstleistungen und Möbelindustrie. Auf der Mangelberufsliste stehen: Arbeitskräfte für uniformierte Dienste, Autoblechner und Autolackierer, Mechaniker von Maschinen und Anlagen, Kranführer und Aufzugmaschinisten, Landwirte und Züchter, Autodiagnostiker, Gärtner und Obstbauer, Bediener von Maschinen zur Herstellung von Gummi und Kunststoffen sowie Fachkräfte im Finanz- und Buchhaltungswesen mit Fremdsprachenkenntnissen und schließlich Analysten, Tester und Fachkräfte für Teleinformatiksysteme. Es wird geschätzt, dass sowohl ungelehrte Arbeitskräfte als auch Fachkräfte zu den Mangelberufen im Jahre 2019 zählen werden. Gesucht werden Fachkräfte mit Berufsausbildung (Köche, Bäcker, Zuckerbäcker, Metzger, Schneider, Polsterer, Friseure und Kosmetikerinnen) Verzeichnet wird der Arbeitskräftemangel in der Bauwirtschaft: Maurer und Verputzer, Schreiner und Zimmerer, Dachdecker und Klempner, Installateure von Baukonstruktion sowie Monteure von Metallkonstruktionen. Vermisst werden Fachkräfte für Ausbauarbeiten, Strassenfertiger und Bauarbeiter. Im medizinischen Bereich wird weiterhin eine große Nachfrage nach Ärzten (vor allem nach Fachärzten), qualifizierten Krankenschwestern und Hebammen mit den aktuellen Berufsberechtigungen sowie Senioren- und Behindertenbetreuern bestehen. In 2019 Jahren werden weiterhin selbstständige Buchhalter sowie Fachkräfte im Rechnungswesen und in der Buchhaltung gesucht. Es wird ein immer deutlicher Mangel an Fachkräften im Finanz- und Rechnungswesen mit Fremdsprachenkenntnissen festgestellt. Ein weiteres Jahr werden LKW-Fahrer und Schweißer in allen Landkreisen der Region vermisst. Fachkräfte werden auch im kommerziellen Bereich gesucht. Vermisst werden Verkäufer und Kassierer.

Die Studienergebnisse verdeutlichen die Vergrößerung des Arbeitskräftedefizits. In der Prognose für Wielkopolska gibt es zum ersten Mal keine Überschussberufe. Im Landkreis Poznań, wo ein akademisches Zentrum wirkt, ist ein großes Angebot an akademischen Berufen: Philosophen, Historiker, Politologen und Kulturwissenschaftler, für die Stellenangebote auf dem Arbeitsmarkt fehlen. Im Landkreis Konin können Vertreter von 13 Berufen, darunter Spezialisten mit Hochschulbildung (Wirtschaftsexperten, Philosophen, Historiker, Politologen und Kulturwissenschaften, Chemiker und Chemie-Ingenieure, Lehrer, Pädagogen, Fachkräfte in der öffentlichen Verwaltung) Probleme haben, eine passende Arbeitsstelle zu finden. . Wegen der Eigenart dieses Landkreises und der Umstrukturierung der Bergbauindustrie stehen auf der Überschussberufsliste auch Bergleute und Bediener von Anlagen und Maschinen im Tagebau.

Der durchschnittliche Bruttolohn in Wielkopolska betrug Jahre 2017 4 124,13 PLN gegenüber von 4 527,89 PLN in ganz Polen. Nur im Landkreis Poznań lag der Durchschnittslohn über dem nationalen Durchschnitt und betrug 5 062.37 PLN.





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