Gesellschaft und Arbeitsmarkt


Gesellschaft
In der Woiwodschaft Wielkopolska scheint die Bevölkerungszahl ständig zuzunehmen. Ende 2016 hatte die Region 3.481,6 Tsd. Einwohner. In Bezug auf die Bevölkerungszahl belegt die Region dritten Platz in Polen, nach den Woiwodschaften Masowien und Schlesien. Die Bevölkerung der Region Wielkopolska macht 9,1% der Gesamtbevölkerung des Landes aus, wobei dieser Anteil in den letzten Jahren zunimmt.

In der Bevölkerungsstruktur nach ihrem Wohnort überwog die Stadtbevölkerung. Im Jahr 2016 machten die Stadtbewohner 54,7% aller Einwohner der Region aus. Die Geschlechtsstruktur der Bevölkerung hat sich nicht geändert, Frauen überwiegen ständig in der Bevölkerung der Region. Ihr Anteil lag bei 51,3%.

In der Woiwodschaft Wielkopolska, dem ganzen Land ähnlich, sind allmähliche Änderungen in der Bevölkerungsstruktur nach ökonomischen Altersgruppen zu beobachten. Im Jahr 2016 lag der Anteil der Bevölkerung im Vorproduktionsalter bei 19,2%. Der Anteil der Bevölkerung im Rentenalter ist jedoch auf 18,8% gestiegen. Die Bevölkerung im Rentenalter machte 62,0% der Gesamtbevölkerung der Region aus.

Die Altersstruktur der Bevölkerung der Woiwodschaft Wielkopolska in den Jahren 2012-2016

Die Altersstruktur der Bevölkerung der Woiwodschaft Wielkopolska

Arbeitsmarkt
Die Region Wielkopolska gehört zu den Regionen mit der dynamischsten Entwicklung. Großes Produktionspotenzial, entwickelter Dienstleistungssektor, hohe Produktivität in der Landwirtschaft, Unternehmergeist sind nur einige Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung der Woiwodschaft. Das Potential von Wielkopolska macht die Region attraktiv für polnische und ausländische Investoren.

Zu beobachten ist ein Anstieg der Bevölkerung im Rentenalter, sowie ein immer geringerer Anteil der Bevölkerung im Vorproduktionsalter. Obwohl der demografische Wandel in Wielkopolska weniger dynamisch als in anderen Teilen des Landes erfolgt, so ist darauf hinzuweisen, dass die Bevölkerungsstruktur sich von der stationären zur regressiven Struktur verändert, die sich durch niedrige Geburtenrate bei gleichzeitiger Verlängerung der durchschnittlichen Lebensdauer auszeichnet. Das hängt mit einem höheren Seniorenanteil an der gesamten Bevölkerungszahl zusammen. Diese Situation wird sich direkt auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt auswirken, denn es kommt zur Veränderung der Proportionen innerhalb der Altersgruppen, was sich auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften auswirkt.

Das Älterwerden der Bevölkerung wird sich auf die demografische Belastung der Region auswirken, was Änderungen auf dem Arbeitsmarkt, in den Bildungs- und Gesundheitssystemen, sowie in der Sozialfürsorge nach sich ziehen wird.

Im Jahr 2017 war die Situation auf dem Arbeitsmarkt am besten seit mehreren Jahren, die Rate der registrierten Arbeitslosigkeit betrug 3,7% am Ende des Jahres. In der gleichen Zeit betrug die Arbeitslosenrate für Polen 6,6% und der höchste Wert lag in der Woiwodschaft Ermland und Masuren. Gleichzeitig gibt es in der Woiwodschaft große Unterschiede in der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Kreisen, d.h. von 1,5% im Kreis Posen bis 9,7% im Landkreis Konin. Unabhängig von der niedrigen Arbeitslosenrate beträgt die registrierte Arbeitslosigkeit 58.857 Personen, d.h. um 24% weniger als im Dezember des Vorjahres. Rückgänge waren in allen Woiwodschaften zu verzeichnen, die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Polen betrug 1.081,7 Tsd. Personen.

Arbeitslosenrate in Polen und Wielkopolska in den Jahren 2012-2017 (%)

Arbeitslosenrate in Polen und Wielkopolska

Einwohner der Region zeichnen sich durch hohe berufliche Aktivität aus. Im Jahr 2016 betrug die Erwerbsbeteiligung der Einwohner von Wielkopolska im Produktionsalter 76,3%. Gleichzeitig ist zu betonen, dass sich Wielkopolska durch eine der höchsten Beschäftigungsraten auszeichnet, die im Jahr 2016 bei 72,5% lag.

In den letzten Jahren konnte in der Region Wielkopolska ein systematischer Anstieg von Erwerbstätigen verzeichnet werden. Im Jahr 2016 gehörten zu dieser Gruppe über 1 Million 500,1 Tsd. Personen. Die meisten arbeiten im allgemeinen Dienstleistungssektor (54,6%), fast jeder dritte Einwohner von Wielkopolska (31%) arbeitet im Industrie - und Bausektor, die kleinste Gruppe bilden Arbeitnehmer aus dem landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Sektor (14,3%).

In Wielkopolska wurden im Jahr 2017 Arbeitslosen von Kreisarbeitsämtern 124.146 Arbeitsangebote unterbreitet und es waren um 6,9% mehr Angebote als im Jahr 2016. Die Region liegt an der Spitze der Woiwodschaften mit der höchsten beim Amt angemeldeten Arbeitnehmerbedarf. Am häufigsten werden Verkäufer, Lageristen, Packer, Arbeiter, Lagerarbeiter, Bauarbeiter, Bürotechniker und Hubwagen- und Gabelstaplerfahrer gesucht.

Nach der Kurzzeitprognose, die auf Grundlage der Untersuchung „Berufsbarometer” erstellt wurde, wird im Jahre 2018 in den meisten Kreisen von Wielkopolska ein Arbeitnehmerdefizit zu spüren sein - sowohl an hoch qualifizierten Arbeitnehmern, Hilfsarbeitern, als auch an Fachleuten in den sich schnell entwickelnden Sektoren. Gesucht werden auch Spezialisten in der Baubranche: Betonarbeiter und Eisenflechter, Schreiner und Fußbodenleger, Zimmerleute und Bautischler, Dachdecker und Bauklempner, Maurer und Verputzer. Die Zahl der Monteure von Bauinstallationen, Monteure von Metallkonstruktionen, Abschlussarbeiter und Bauarbeiter wird nicht ausreichend sein. Ein Arbeitnehmerdefizit wird auch in der medizinischen Versorgung zu spüren. Problematisch wird es, neue Ärzte, qualifizierte Krankenschwestern und Hebammen oder Altenpfleger und Behindertenpfleger zu gewinnen. Gesucht werden auch selbstständige Bilanzbuchhalter vor allem mit Berufserfahrung und fließenden Kenntnissen der gültigen Vorschriften. Schwieriger wird es, neue Mitarbeiter im Bereich des Rechnungswesens zu gewinnen. Für den heutigen Arbeitsmarkt wird es eine Herausforderung sein, die Nachfrage nach Arbeitnehmern in der TSL-Branche (Transport Spedition und Logistik) und im IT-Sektor zu decken. In den folgenden Berufen: Lkw-Fahrer, Spediteure, Logistiker oder Lageristen wurden Defizite an gut qualifizierten Fachleuten mit Berufserfahrung, Fremdsprachenkenntnissen, Computer-Kenntnissen und einer Reihe von zusätzlichen Erlaubnissen festgestellt. Gut qualifizierte Mitarbeiter werden auch durch den Handelssektor gesucht. Die Nachfrage nach Verkäufer und Kassierer sinkt nicht.

Klassifiziert wurden auch Berufe, die sich durch einen geringen Bedarf der Arbeitgeber auszeichnen. Im Falle der Wirtschaftswissenschaftler bezieht sich der Überschuss vor allem auf die Absolventen der Sekundarstufe (Techniker im Fachbereich „Rechnungswesen und Finanzen“), der Beruf kann jedoch einfach an andere Arbeitsstellen angepasst werden und die Absolventen werden gerne durch Arbeitgeber eingestellt. Zu den populären Bildungsfachrichtungen, die dem Bedarf nach Mitarbeitern nicht entsprechen, gehören Lebensmittel- und Ernährungstechnologie und Tourismus. Dies bezieht sich auch auf die folgenden Berufe: Philosophen, Geschichtslehrer, Politikwissenschaftler und Kulturwissenschaftler. Der Überschuss der Absolventen dieser Fachrichtungen führt zu einem Überschuss der Arbeitsangebote, aber wegen mangelnder Angebote sind die Beschäftigungsperspektiven nicht hoffnungsvoll. Die ausgewogenen Berufsgruppen zeichnen ähnliche Zahlen der geschätzten Arbeitsangebote und der Arbeitssuchenden. Die folgenden Berufe werden im Gleichgewicht bleiben: Vertriebsleiter, Freizeit- und Fitnesslehrer, Sekretärinnen und Assistentinnen, Kinderbetreuer und Fotografen.

Im Jahr 2016 betrug der Durchschnittslohn in Wielkopolska 3.984,10 PLN, wobei der Landesdurchschnittswert bei 4.150,88 PLN lag. Nur im Stadtkreis Posen war der Durchschnittslohn höher als der Landesdurchschnitt und lag bei 4.770,94 PLN.





pdf    drukuj    drukuj